Moralisches Dilemma des Tages – Wenn Arschlöcher gute Sachen machen

Nach der Pegida-Rede von Akif „Wieso kriege ich keinen Arierpass“ Pirinçci will der deutsche Buchhandel anscheinend alle seine Bücher aus dem Programm nehmen, was selbst die katholische Kirche im Mittelalter so nicht gemacht hätte. So weit so schlecht, bringt es mich aber doch zu einem moralischen Dilemma, was mich hin und wieder plagt. Was tun, wenn jemand, den man persönlich nicht so dufte findet Dinge produziert, die absolut großartig sind? Der Akif hat ja nicht nur Grütze geschrieben sondern auch Felidae, was manche Kritiker recht gut fanden. Ich habe dazu keine Meinung da ich es aus mangelndem Interesse nie gelesen habe.

Mein Dilemma manifestiert sich eher im Bereich Black Metal. Dort tummeln sich neben ganz normalen geschminkten Langhaarigen eben auch Leute mit eher fragwürdiger moralischer Haltung. Zum Beispiel der Varg von Burzum. Jesus‘ Tod ist mindestens in meinen persönlichen all-time Top 10; Varg hat Kirchen angezündet, einen umgebracht und mag Ausländer nicht besonders. Oder Nargaroth. Der Kanwulf scheint nicht viele Dinge zu machen die ich nicht gutheißen würde aber seine Musik gehört typischerweise nicht dazu. Ähnliches gilt auch für Abyssic Hate und viele andere Musiker des Genres.

Also, was tun?

  1. Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, daß man solche Leute boykottiert und auf ihre Werke verzichtet. Wäre moralisch sicherlich die beste Lösung, aber auf gute Sachen verzichten ist nicht einfach, denn ein moralisch sauberes perfektes Substitut gibt es in den seltensten Fällen. Oder wer schafft es zum Beispiel Nestle komplett zu meiden? (Wagner Pizza, Schöller/Möwenpick Eis, Dallmayr Kaffee, Perrier/San Pellegrino/Vittel Wasser, Maggi/Thomy/Buitoni Soßengedöhns, Herta Fleischzeux, After Eight/Kitkat/Lion/Rolo/Smarties Süßigkeiten, L’Oreal Kosmetik)
  2. Oder man konsumiert die Sachen und zahlt dafür. Moralisch schwieriger, denn einerseits ist es sicherlich richtig eine Leistung angemessen zu entlohnen, andererseits unschön Leute finanziell zu unterstützen, die schlimme Dinge tun. Anders als der Kiezneurotiker finde ich die Onkelz musikalisch eher scheiße, aber es fällt mir schwer ihn zu verurteilen auf deren Konzert zu gehen.
  3. Eine besonders im immateriellen Bereich praktisch gangbare aber moralisch nicht einwandfreie Lösung wäre auch das Gegenteil; die Sachen konsumieren aber nicht dafür zahlen. Ausrede für’s eigene Gewissen: auch wenn ich nicht ohne kann so kriegt der Pfosten wenigstens kein Geld von mir. Spätestens bei materiellen Gütern wird es da allerdings sehr schnell sehr fragwürdig.

Um ehrlich zu sein habe ich keine wirklich gute Antwort. 1 ist schwierig, 2 ist zumindest legal, 3 allerdings sympathischer.

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